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DIE TAGESZEITUNG: "MİLLÎ GÖRÜŞ DOĞRUDAN ETKİLİYOR"
Hamas'a Bağış Yapan Yasaklı Derneğin Arkasında Millî Görüş Yöneticileri Bulunuyor ORDE: Sayın Dantschke, Federal İçişleri Bakanı, Hamas'a yardım ettiği gerekçesiyle Uluslararası İnsani Yardım Örgütünü (İHH) yasakladı. Bunun arkasında İslam toplumu Millî Görüş yöneticileri bulunuyor. Bu bağlantı sizi şaşırttı mı? DANTSCHKE: Hayır. Bu yıllardan beri bilinen bir şey. Öncelikle de Ocak 2009'daki Gazze savaşı sırasında iş birliği çok açıktı. İHH ile bağlantı, Millî Görüş tarafından da inkâr edilmiyor. Ayrıca Almanya'nın kuzeyinden Millî Görüşün en tanınmış simalarından biri olan Mustafa Yoldaş'ın Mart 2009'dan bu yana İHH Başkanı olduğu da biliniyor. ORDE: Millî Görüş şimdiye kadar şiddetten uzak ve yasalara uygun davranan bir örgüt olarak tanınıyordu. Şimdi ise Federal İçişleri Bakanının söylediğine göre, bir terör örgütünü destekliyor. Millî Görüş ile ilgili görüşün gözden geçirilmesi mi gerekiyor? DANTSCHKE: Yasalara uygun davranan bir örgüt olması Millî Görüş’ün ideolojisi hakkında bir şey söylemiyor. Millî Görüş’e göre Hamas, terörü değil direnişi temsil ediyor. Örgüt, Hamas'ın sosyal kanadını destekliyor, ancak bunu sadece insani nedenlerden değil ideolojik nedenlerden de yapıyor. Kendilerini, Gazze'deki Filistinlilerin bulunduğu dünya genelinde mağdur edilmiş büyük bir toplumun parçası olarak hissediyorlar. ORDE: O hâlde yeni bir değerlendirme yapılması mı gerekiyor? DANTSCHKE: Bunu söylemek zor. Millî Görüş dünya genelinde aktif bir hareket. Almanya İslam Toplumu Millî Görüş de onun bir parçası. Hareketin içinde kendi İslami ideolojilerinin daha aktif bir şekilde uygulanmasını isteyen güçler var, ancak burada ve Avrupa'dakiler için aynı şeyin söylenemeyeceğini düşünüyorum. Bu insanlar için söz konusu olan yasal olanaklarla ideolojilerini uzun vadede gerçeğe dönüştürmek. ORDE: Yasak hangi siyasi sonuçları beraberinde getirecek? DANTSCHKE: Alman Millî Görüş yönetimi çok büyük. Aşırı bir şekilde Türkiye'ye yönelen kesimler ve Millî Görüşün kurucusu Erbakan'ın radikal çizgisine hâlâ bağlı olanlar var. Ancak Almanya ve Avrupa'ya odaklanan ve Türk etkisinden kurtulmak için propaganda yapan yöneticiler de var. İlginç bir şekilde İHH yönetimi tam da Millî Görüş’ün bu kesiminden oluşuyor ve bu olay yüzünden gözden düşüyor. Hedefleri, İHH'yi Türkiye'den bağımsız bir örgüt olarak yapılandırmak ve böylece kendi etkilerini artırmaktı. Ancak şimdi de görüldüğü gibi bunun ideolojik temel örneğe sırt çevrilmesiyle ilgisi yok. ORDE: İçişleri Bakanı Millî Görüşü, daha doğrusu İslam Konseyini birkaç ay önce İslam Konferansından dışladı. Millî Görüş ile devlet diyaloğu şimdi çok daha uzak bir tarihe mi ertelendi? DANTSCHKE: Bundan ben de endişeleniyorum. Daha şimdiden büyük farklılıklar mevcut. Hamburg'da federal düzeydekinden çok daha farklı bir politika yürütülüyor. Orada Millî Görüş, bir anlaşmazlık olduğunda daha ziyade sürece dâhil ediliyor. Bunun değişip değişmeyeceğini bekleyip görmek gerekecek. Sonuçta İHH Başkanı Mustafa Yoldaş orada devleti temsil eden taraf için önemli bir muhatap. ORDE: Millî Görüş ile tartışmayı neden bu kadar önemsiyorsunuz? DANTSCHKE: Millî Görüş’ün tahminen 60 bin kişi üzerinde etkisi var. Çoğu sıradan Müslüman, binlerce çocuk ve genç, örgütün içine büyüyor. Şayet Müslümanların uyum sağlamaları isteniyorsa bu kesim dışlanamaz. © Basın Yayın ve Enformasyon Genel Müdürlüğü - 14.07.2010 MILLI GÖRÜS UND DIE HAMAS
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Ingeborg-Drewitz-Preis für Claudia Dantschke "Detailversessen und gründlich"Preisträgerin Dantschke mit R. Otte von d. HU / © S. Lüders "Was nicht transparent ist, muss transparent gemacht werden." Dieses Motto steht beispielhaft für die Arbeit der Berlinerin Claudia Dantschke. Sie ist eine der wichtigsten Expertinnen für Islamismus. Ihr Engagement als Journalistin und Aktivistin wurde jetzt von der Bürgerrechts-organisation Humanistische Union (HU) mit dem Ingeborg-Drewitz-Preis geehrt. Grünen-Bundesvorsitzender Cem Özdemir, der die Laudatio auf Claudia Dantschke sprach, erzählte, seine Mitarbeiter hätten einen eigenen Ordner für ihre Artikel angelegt. An ihr komme niemand vorbei, der sich mit dem Thema Islamismus beschäftigen wolle. Die geborene Leipzigerin sei durch ihr Leben in der DDR für die Gefahren, die von Ideologien ausgehen, sensibilisiert worden. Ihr Arabistik-Studium sei auch ein Versuch gewesen, sich in der Enge des Systems zu entziehen und eine eigene Nische zu finden. Ihre Recherchen seien detailversessen und gründlich. Nie ziehe sie voreilige Schlüsse, immer versuche sie, auch ihren Gegnern gegenüber fair zu bleiben. Keinen der Prozesse, die gegen sie angestrengt wurden, habe sie verloren. Umgekehrt hätten ihre Recherchen dazu geführt, dass es einige radikale Organisationen und Medien nicht mehr gebe. Das Motto des TV-Senders AYPA, den sie gemeinsam mit Ali Yıldırım bis 2007 betrieben habe, habe gelautet: "Was nicht transparent ist, muss transparent gemacht werden." Es habe kaum eine türkische Veranstaltung in Berlin gegeben, die vom Journalistenduo nicht dokumentiert worden sei. Das Archiv dieser Aufzeichnungen müsse dringend digitalisiert werden, um es für mehr Menschen, ob Schüler oder Journalisten, verfügbar zu machen. Mischung aus Institution und Geheimtipp Roland Otte, Vorsitzender des Landesverbandes Berlin der Humanistischen Union, zitierte in seiner Ansprache, die Namensgeberin des Preises, die Berliner Schriftstellerin Ingeborg Drewitz. Die habe in ihrem Roman "Gestern war heute" geschrieben: "So lange ich lebe, habe ich nicht nur geatmet, sondern diese Art Kraft, die ich durch das Atmen aufnehme, auch nach außen zu geben." Die aktuelle Preisträgerin, so Otte, scheine kaum Luft zu holen, im wörtlichen, wie im übertragenen Sinne. Sie sei eine Mischung aus Institution und Geheimtipp und der Preis solle dazu beitragen, ihr die Bekanntheit und die Anerkennung zu verschaffen, die sie verdient habe. "Ali, der Preis gehört dir" Dantschke bedankte sich in erster Linie bei ihrem Kollegen Ali Yıldırım: "Der Preis gehört dir" – rief sie ihm zu. Es sei das größte Glück in ihrem Leben gewesen, ihm zu begegnen, denn von ihm habe sie viel gelernt. Der erste Artikel, den beide in der "taz" veröffentlicht hatten, habe "Wir brauchen mehr als nur einen Cem" geheißen, sagte die Preisträgerin mit Blick auf ihren Laudator. Die Auszeichnung verstehe sie als Motivation, mit ihrer Arbeit weiter zu machen. Es dauere zwar sehr lange, aber die Gesellschaft beginne, sich zu ändern. Längst gebe es mehr als nur einen Cem. |
"Ingeborg-Drewitz-Preis an Claudia Dantschke"![]() Claudia Dantschke (1.v.l.) / Foto: HU BERLIN. (hu/hpd) Die Journalistin, Demokratieaktivistin und Islamismusexpertin Claudia Dantschke erhielt am Dienstag im Ballhaus Rixdorf in einer gut besuchten Preisverleihung den Ingeborg-Drewitz-Preis der Berliner Humanistischen Union Mit dem Preis würdigt die Bürgerrechtsorganisation den Beitrag Claudia Dantschkes für eine rationale Diskussion über Islam und Islamismus und ihr Engagement für eine demokratische Kultur. In seiner Laudatio hob Cem Özdemir die Verlässlichkeit der Recherchen von Claudia Dantschke hervor. Gerade das progressive Lager brauche die kritische Auseinandersetzung mit dem "real existierenden Islamismus" Dieses Thema dürfe nicht Populisten überlassen werden, die es in ihrem Kampf gegen die multikulturelle Gesellschaft missbrauchen. Claudia Dantschke führe die Diskussion nicht gegen Migranten, sondern mit ihnen. ![]() "Ihr waches Auge für menschenfeindliche Tendenzen schließt Differenzierungen ein", betonte für die Humanistische Union auch deren Landesvorstandsmitglied Roland Otte. Das sei notwendig, um falsche Gegenüberstellungen zu zwischen Islam und Demokratie zu vermeiden. Für die Diskussion über die Grenzen zwischen Islam und Islamismus, aber auch zwischen Islamkritik und Islamfeindlichkeit liefere Claudia Dantschke seit Jahren wertvolle Informationen und Impulse. Zu der Feier im Neuköllner Ballhaus Rixdorf waren über 100 Gäste erschienen, darunter zahlreiche Mitstreiterinnen und Mitstreiter von Claudia Dantschke wie Ali Yildirim (AYPA-TV), Eberhard Seidel und Anetta Kahane (Amadeu-Antonio-Stiftung). Den Ingeborg-Drewitz-Preis vergibt die Berliner HU seit 1987 in unregelmäßigen Abständen an Menschen, die sich in besonderer Weise für Menschenwürde und Selbstbestimmung engagiert haben. Mit dem Preis erinnert die Humanistische Union auch an das politische Wirken der Berliner Schriftstellerin Ingeborg Drewitz (1923-1986). |
"Markenzeichen: unbequem"![]() Cem Özdemir und Claudia Dantschke / © AAS Am 20. April erhielt Claudia Dantschke den Ingeborg-Drewitz-Preis. Geehrt wurde sie für ihr journalistisches und politisches Engagement. Die Amadeu Antonio Stiftung gratuliert herzlichst. „Wenn es niemand weiß, weiß sie es garantiert“, sagte Cem Özdemir, Bundesvorsitzender der GRÜNEN, in seiner Laudatio für Claudia Dantschke. Am 20. April wurde Dantschke für ihr journalistisches, wissenschaftliches und politisches Engagement mit dem Ingeborg-Drewitz-Preis ausgezeichnet. Und zwar „nicht nur für das, was sie tut, sondern auch dafür, wie sie es tut“, brachte es Roland Otte von der Humanistischen Union, die den Preis verleiht, auf den Punkt. Lebensweg Dantschke studierte Arabistik in Leipzig und war in der DDR für die ADN tätig. Gemeinsam mit Ali Yildirim arbeitete sie für die deutsch-türkische Fernsehanstalt AYPA-TV. Sie veröffentlichte zum Thema Islamismus – und zwar immer sensibel für die Grenze zwischen Islamkritik und Verdammung des Islam. Auch in der Broschüre "'Die Juden sind schuld…' Antisemitismus in der Einwanderungsgesellschaft am Beispiel muslimisch sozialisierter Milieus" der Amadeu Antonio Stiftung schrieb sie zu Erscheinungsformen des Antisemitismus und unter dem Titel "Feindbild Juden". Seit 2001 ist Dantschke für das ZDK Gesellschaft für Demokratische Kultur gGmbH tätig und verfasste verschiedene Arbeiten zu den Themenfeldern Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und Islamismus über Berliner Bezirke. Unverzichtbare Expertise "Claudia Dantschke ist gründlich. Ihr Markenzeichen ist, dass sie unbequem ist", sagte Özdemir. Sie spreche Themen an, die behandelt werden müssen auch, wenn das nicht immer leicht ist. Und sie sei Expertin auf ihrem Gebiet. Ohne ihr Wissen komme auch sein Büro nicht aus: "Ohne ihre Expertise beweist man, dass man keine Ahnung vom Thema hat", so Özdemir weiter. Und dabei ist sie stets auf Dialog bedacht: "Claudia Dantschke schafft es auch, sich konträr gegenüberstehende Menschen an einen Tisch zu bringen. Allein die Gäste auf ihrer Preisverleihung machen das mehr als deutlich", so Anetta Kahane von der Amadeu Antonio Stiftung, die ihr herzlich zu dieser verdienten Auszeichnung gratuliert. "Dieser Abend zeigt, was ich erreichen möchte: unterschiedlichste Menschen zusammenbringen", sagt Dantschke in ihrer Dankesrede. Vor allem hebt sie hervor, dass ohne ihren langjährigen Kollegen Ali Yildirim diese Auszeichnung nicht möglich gewesen wäre. "Ich möchte allen danken, die mich begleitet haben", erklärt Dantschke. Doch vor allem, liebe Claudia, genieß diese Auszeichnung! |
![]() Verleihung des Ingeborg-Drewitz-Preises an Claudia Dantschke![]() Claudia Dantschke / © AYPA Die Humanistische Union Berlin-Brandenburg zeichnet die Journalistin, Islamismusexpertin und Demokratieaktivistin Claudia Dantschke mit dem Ingeborg-Drewitz-Preis aus. Mit der Auszeichnung würdigt die Bürgerrechtsorganisation den alltäglichen Beitrag von Claudia Dantschke zur demokratischen Kultur in Berlin. In der Begründung zur Verleihung des Preises heißt es dazu: "Claudia Dantschke trägt seit vielen Jahren zu einer rationalen Diskussion über Islam und Islamismus bei. Mit Differenzierung und einem wachen Auge für menschenfeindliche Tendenzen recherchiert und informiert sie engagiert, kenntnisreich und unermüdlich." Die Preisverleihung findet am Dienstag, dem 20. April um 19 Uhr in der Mamorbar im Ballhaus Rixdorf statt (Kottbusser Damm 76, Berlin-Neukölln 10967 - Lageplan ). Die Laudatio auf die Preisträgerin wird der Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Cem Özdemir, halten. Die musikalische Begleitung des Festaktes übernimmt Nevzat Akpinar. Zu der Feier laden wir Sie herzlich ein. Der Eintritt ist frei. Den Ingeborg-Drewitz-Preis verleiht der Landesverband Berlin-Brandenburg der Humanistischen Union an Menschen, die sich in besonderem Maße für die Außenseiter unserer Gesellschaft engagieren. Den Preis vergibt die Bürgerrechtsorganisation in Erinnerung an das politische Wirken der 1986 verstorbenen Berliner Schriftstellerin Ingeborg Drewitz. Weitere Informationen zur Preisträgerin finden Sie auf der Webseite des "Zentrums für demokratische Kultur". |
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Islamismus-Expertin Claudia Dantschke "Selbst beim Islamismus gibt es große Unterschiede"![]() Claudia Dantschke / © AYPA Islamismus-Expertin Claudia Dantschke erhält den Ingeborg-Drewitz-Preis. Sie hält nichts von pauschaler Islamkritik à la Sarrazin. taz: Frau Dantschke, Sie erhalten heute den Ingeborg-Drewitz-Preis. Was bedeutet diese Auszeichnung für Sie? Claudia Dantschke: Sie ist Anerkennung, Bestätigung und Motivation, den eingeschlagenen Weg fort zu setzen. Sie wurden von der Humanistischen Union für Ihren Einsatz für die demokratische Kultur ausgezeichnet. Worin sehen Sie selbst Ihre Hauptaufgabe? Einerseits geht es mir um die Analyse dessen, was sich im Bereich Islam und Islamismus tut und wo es demokratiegefährdende Tendenzen gibt. Darüber hinaus engagiere ich mich in Projekten, die demokratische Werte innerhalb der muslimischen Minderheit vermitteln und stärken. Was hat sich hier in den letzten Jahren verändert? Die Debatte ist sachlicher geworden, die deutsche Gesellschaft ist informierter geworden. Es kommen kaum noch Leute zu mir, die ganz grundsätzliche Fragen zum Islam haben. Es sind eher Leute, die im Arbeitsleben oder anderswo ganz konkret mit bestimten Gruppierungen konfrontiert sind und sich fragen, wie sie darauf sinnvoll reagieren sollen. Das ist sicher ein Unterschied zur allgemeinen Islam-Debatte, die oft sehr pauschal geführt wird. Wie sehen Sie diese allgemeine Islam-Debatte? Leute wie Thilo Sarrazin bekommen ja viel Zuspruch, wenn sie gegen Araber und Türken herziehen. Man muss problematische Entwicklungen klar ansprechen, ich bin gegen jede Verharmlosung. Aber eine pauschaliserende Islamkritik spielt nur den demokratiefeindlichen Kräften auf muslimischer Seite zu. Die können dann sagen: Seht, sie hassen uns! Darum halte ich von solchen polarisierenden Debatten nichts. Bei Thilo Sarrazin hätte ich mir gewünscht, dass die SPD ein klareres Urteil fällt und ihn aus der Partei ausschließt. Seine Aussagen waren klar rassistisch. Sie konzentrieren sich auf die negativen Seiten des Islam. Tragen Sie dadurch nicht dazu bei, Vorurteile zu schüren? Ich glaube nicht, weil ich mich von jeder pauschalisierenden Islamkritik klar abgrenze - und ich finde, das muss man auch. Mich stört dieses kulturalistische Denken, das Menschen allein aufgrund ihrer Herkunft feste Identitäten zuschreibt. Es gibt ja nicht "die Muslime" oder "den Islam", und selbst beim Islamismus gibt es große Unterschiede. Die meisten islamistischen Gruppen in Deutschland predigen ja weder Terror noch Gewalt. Aber sie greifen Erfahrungen von Ausgrenzung und Demütigung auf, und verwenden das für ihre ideologischen Zwecke. Besonders umstritten ist der türkische Verband Milli Görüs: Innenminister Thomas de Mazière will sie nicht bei der Islamkonferenz haben, Berlins Innensenator Körting dagegen redet mit ihnen. Ich verstehe zwar, warum Thomas de Mazière sie nicht als Vollmitglied an der Islamkonferenz teilnehmen lassen will. Er scheut vor der symbolischen Anerkennung zurück, die das bedeutet. Aber ich finde, man sollte zumindest auf der Arbeitsebene ruhig mit Milli Görüs reden. Es ist schließlich eine der größten muslimischen Organisationen hierzulande. Wie kamen Sie eigentlich dazu, sich so intensiv mit dem Thema Islam und Islamismus zu befassen? Welche Rolle spielt dabei Ihre DDR-Vergangenheit? Ich weiß, was Freiheit und Demokratie wert sind, ich habe ja den Vergleich. Ich habe in Leipzig Arabistik studiert, dazu gehörte auch das Studium der arabischen Geschichte und Religion. Und mir war diese Enge in der DDR am Ende absolut zuwider. Bei manchen Gruppen beschleicht mich heute deshalb ein Déja vu-Gefühl. Inwiefern? Dass sich das Individuum der Gemeinschaft unterzuordnet hat. Dass blinde Gefolgschaft herrscht. Oder der Hang, die Verantwortung für Negatives immer bei anderen zu suchen, der zu Verschwörungstheorien führt. Das findet man nicht nur bei Islamisten, sondern auch bei türkischen Rechtsextremen - und das ist durchaus vergleichbar mit den Zuständen in der alten DDR. |
Türkische Zeitung: Merkel ist der “neue Hitler”
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| Mord an Marwa El-Sherbini: Wo bleiben Empathie und Sachlichkeit? ![]() Screenshot der Unterschriftenseite "Wo bleibt Merkel" von Mordopfer Marwa E. Foto: © ngn |
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Nach dem Mord an Marwa El-Sherbini im Dresdner Landgericht am 01. Juli 2009 reagierten in Deutschland Medien, Gesellschaft und Politik verhalten - bis heute. Über Islamfeindschaft wird höchstens abstrakt nachgedacht. Claudia Dantschke, Islamismus-Expertin des Zentrums Demokratische Kultur, erklärt, warum das darin enthaltene Gefühl von "Wir" und "Die" Ressentiments illustriert und nicht nur unangemessen, sondern gefährlich ist. Von Simone Rafael Ist der Mord an Marwa El-Sherbini islamfeindlich? Der Täter ist nach Deutschland gekommen, nachdem er in Russland wegen "deutschen Blutes" als Deutscher gegolten hat. Hier angekommen stellt er fest, dass der kulturelle Unterschied aber sehr viel größer ist als die scheinbare "Verbundenheit" des "Blutes". Er ist hier ein Fremder, gilt als Russe, zudem ist er auch noch sozial ganz unten. Was in diesem Fall passiert, ist eine klassische rassistische Hackordnung: Er sucht sich jemand, der scheinbar in der Anerkennung noch unter ihm steht: eine muslimische Frau. Er verfolgt die Debatten in Deutschland, merkt, dass er mit Islamfeindschaft an Meinungen in der Mehrheitsgesellschaft andocken kann. Dann sucht er sich ein Opfer und muss überrascht feststellen: Sie wehrt sich, ist intelligenter, gebildeter und steht sozial höher als er. Daraus entsteht der Hass. Er hat eine Rassismus-Grundierung, aber darauf kommt die explizite Islamfeindschaft, die er auch in der deutschen Gesellschaft als mehrheitsfähig zu erkennen meint. Ist es wichtig, diese Islamfeindlichkeit auch zu benennen? Warum tut sich die deutsche Gesellschaft und Politik so schwer mit einer Reaktion auf den Mord an Marwa El-Sherbini? Welche Folgen hat das? Wie kann es weiter gehen? |
| Claudia Dantschke |
| Deutsch - Almanca |
| "Unabhängige Zellen ohne zentrale Steuerung"
Wie sieht die Struktur der Terrorgruppen aus? Extremismus-Expertin Claudia Dantschke beschreibt WELT.de die Strukturen. Von Mariam Lau Berlin - Die Berliner Extremismus-Expertin Claudia Dantschke ist Mitarbeiterin des deutsch-türkischen Senders AYPA-TV und publiziert seit Jahren zu Islamismus und Rechtsradikalismus, unter anderem für das Innenministerium. Mit ihr sprach Mariam Lau. (....) |
Welt - 24.08.2006
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Morgenpost - 24.08.2006
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| KimKimdir - "Adının" veya "Soyadının" ilk harfine göre ... |
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